Rauchmelder-Pflicht: Gesetzgebung in den verschiedenen Bundesländern

Eine einheitliche Gesetzgebung hinsichtlich der Installation von Rauchmeldeanlagen gibt es in Deutschland nicht; diese Frage regelt die Baurechtordnung des jeweiligen Bundeslands. In welchen Ländern die Ausstattung mit Rauchmeldern Pflicht ist und welche Besonderheiten zu beachten sind, lesen Sie auf Elektro-Fachmann.de!

Regelungen zur Rauchmelder-Pflicht in Privathaushalten

In insgesamt 12 Bundesländern ist ein Rauchmelder bereits für Neubauten und genehmigungspflichtige Umbauten vorgeschrieben; diese Pflicht gilt für Schlaf- und Kinderzimmer sowie für Flure, die als Rettungswege dienen. Darüber hinaus haben die verschiedenen Länder folgende Fristen für eine Nachrüstung von Bestandsbauten gesetzt:

  • Bayern – Dezember 2017
  • Bremen – Dezember 2015
  • Hamburg – abgelaufen, Dezember 2010
  • Hessen – Dezember 2014
  • Mecklenburg-Vorpommern – abgelaufen, Dezember 2009
  • Rheinland-Pfalz – endete im Juli, 2012
  • Niedersachsen – endete 2012
  • Sachsen-Anhalt – Dezember 2015
  • Schleswig-Holstein – endete Dezember 2010

In Saarland und Thüringen gibt es bislang keine Frist; die Nachrüstung mit einem Rauchmelder ist jedoch Pflicht und gilt für alle Neu- und Umbauten, die nach 18. Februar 2004 in Saarland beziehungsweise seit 2008 in Thüringen errichtet wurden.

Besonderheiten

Eine Rauchmelder-Pflicht besteht in Sachsen, Berlin und Brandenburg bislang nicht. In Baden-Württemberg wird das Gesetz zurzeit vorbereitet.
Seit dem 1. April 2013 müssen nur Neubauten in Nordrhein-Westfalen mit einem Rauchmelder ausgestattet werden. Eine Pflicht für alle Wohnungen im Land tritt im Jahr 2017 in Kraft.

In Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein und Hessen ist der aktuelle Bewohner oder Mieter der Wohnung für die Überprüfung der Funktionsfähigkeit und die Instandhaltung des Rauchmelders zuständig.

Rauchmelder und Sicherheit

Statistiken zeigen, dass die Sterberate bei Bränden in den Bundesländern gesunken ist, in denen eine Rauchermelder-Pflicht eingeführt wurde. Ein solches Gerät ist daher auch für Wohnungen sinnvoll, welche dieser Regelung nicht unterliegen. Eine Schwierigkeit stellt jedoch die optisch ansprechende Gestaltung: Versuchen Sie nicht, den Rauchmelder zu verkleiden oder hinter einer Abdeckung zu verstecken – dies würde seine Funktion gefährlich einschränken! Achten Sie stattdessen bereits beim Kauf darauf, dass sich die Brandmeldegeräte in Ihre Wohnraumgestaltung integrieren lassen, wenn Ihnen dies wichtig ist. Rauchmelder gibt es bereits in verschiedensten Designs: farbig, in Form von Skulpturen oder in Materialkombinationen mit Glas oder Metall. Manche Hersteller haben zudem Geräte konstruiert, deren Abdeckung zum Teil abgenommen und beliebig bemalt oder beklebt werden kann.

Unabhängig vom Design sollten Sie aber in jedem Fall auf die Sicherheit achten: Ein Rauchmelder sollte der DIN-Norm 14064 entsprechen und mit einem VdS-Siegel gekennzeichnet sein. Darüber hinaus sollte er über eine Bereitschaftsanzeige, einen Batterieselbsttest und eine Betriebsprüftaste verfügen!

Vor einigen Jahren wurden billige Rauchmelder mit gefälschtem Siegel aus China verkauft, die jedoch wirkungslos waren. Beachten Sie: Gute Geräte mit Langzeitbatterie kosten etwa 30 Euro; Modelle mit Alkalinebatterien jedoch nur zwischen 12 und 15 Euro. Im Test erweisen sich insbesondere Rauchmelder mit installiertem Funksystem als besonders sicher: Bei Brandentwicklung signalisieren alle Geräte in der Wohnung.

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